Backstage: Die Manufaktur inszenieren

Wer feiert schon gerne alleine? Doch, «Wir feiern jetzt mal!» ist schnell gesagt. Die Jubiläums-Party zum 60-jährigen Bestehen der Jeka AG, Arlesheim, sollte zur Firma und ihren Produkten passen.

Wieder im Büro zurück mache ich mich an die Arbeit: Was könnte Andreas Scherrer, Besitzer und Geschäftsführer der Jeka AG gefallen? Was passt zum Betrieb? Könnten wir vielleicht rundherum eine Geschichte erzählen? Erste Ideen entstehen. Ein Tag der offenen Tür könnte etwas sein … Nein das machen «alle». Vielleicht eine tolle Grillparty im Frühsommer … Auch schon oft da gewesen. Könnte man das Gebäude mit Licht inszenieren? … Dafür sind der Standort zu wenig geeignet, die Kosten zu hoch, die Wirkungen zu wenig nachhaltig.

Eine Analyse unter anderem beruhend auf den Auswertungen der Sparring Gespräche rund um die Jeka-Kommunikation zeigt, es soll ein lebendiges Fest sein. Gleichzeitig sind klassische Werte wichtig. Passend zum Firmen-Slogan «Kompromisslos nach Mass» muss der Anlass die Manufaktur in den Vordergrund stellen, eine Story rund um das Thema «massgeschneidert» erzählen und jedem einzelnen Besucher sein ganz persönliches Jeka-Erlebnis ermöglichen.
Dann der zündende Funke: Ein Konzert in der Werkhalle. Absolut unplugged, handgemacht. Etwas, das man in industrieller Umgebung nicht erwartet: Klassik.
Ein Anlass, durchinszeniert vom ersten bis zum letzten Moment. Mit Vorlauf und guter Nacherzählung.

Eine Besprechung bringt Klarheit: Die Analyse hat gestimmt. Klassik passt, eine Werkhalle steht noch für kurze Zeit leer und das Catering soll ein guter Kunde aus der Gegend übernehmen.

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Aus der musikalischen Idee entsteht eine ganze Geschichte: «60 Jahre und kein bisschen leise», wird der Anlass getauft. Passend zu Jeka AG und ihrem Jubiläum. Die rund 200 Jubiläums-Besucherinnen und Besucher sollen einen unvergesslichen Abend erleben. Zwei kurze Konzerte der Camerata Bern unter der Leitung von Antje Weithaas in der industriellen Umgebung sorgen für eine ganz besondere Note.

Vor dem Konzert gestalten die Mitarbeiter der Jeka AG einen einzigartigen Firmenrundgang: Jeder Besucher wählt seinen persönlichen Weg durch die Firma und sieht eins zu eins wer hinter den Produkten steht. Stolz führen die Mitarbeiter die Maschinen und Produktionsschritte vor und geben den interessierten Besuchern Auskunft.

Zwischen den beiden Konzerten der Camerata Bern erwartet die Besucherinnen und Besucher ein reichhaltiger Aperitif und nach zwei Mal 30 Minuten Musik ein feines Abendessen mitten in einer Produktionshalle: umgeben von Schweisstischen, Bohrmaschinen und Stahlplatten entsteht eine ganz spezielle Atmosphäre.

© Camerata Bern / Matthias Nold

Ein einzigartiger Moment für Musiker wie Besucher: Man trifft sich am Apéro und beim Essen. Die internationalen «Stars» der Camerata Bern zum Anfassen. «So unmittelbar und nah bekommt man die Camerata Bern nur selten zu erleben» sagt Louis Dupras, Direktor der Camerata. Und Andreas Scherrer meint: «Wir haben so viele positive Rückmeldungen erhalten, es war eine Freude.»

Matthias Nold | Kommunikationskultur berät die Jeka AG als Sparringpartner im Bereich Kommunikation.

Facts & Figures zum Kunden:

Die Jeka AG in Arlesheim ist ein Ladenbauer, der auf Mass fertigt. «Losgrösse 1» lautet einer der wichtigen Grundsätze der Firma. Jedes Stück ist ein Einzelstück. Die Firma ist stark technik-orientiert; sie hat die gekühlte Metzgertheke für die Schweiz erfunden und arbeitet mit Planern zusammen: Für Pâtissiers, Bäcker, Metzgereien aber auch im Bereich Gastronomie. Jeka Metall bietet zudem Einzelanfertigungen von Metallteilen innert kürzester Zeit.

© alle Bilder dieses Beitrags: Marc Gilgen, Basel

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